Martin Dresler-Schenck

Leben aus der Liebe - Leseprobe

Mein aus Gott zutiefst geliebter Tobias, als wir uns vor drei Wochen begegneten, hast Du Dich geöffnet und mir von Deinen Sehnsüchten erzählt. Je länger ich Deiner lieben Stimme zuhörte und je tiefer ich mit Deinem innersten Wesen in Verbindung kam, umso stärker wuchs eine Liebe zu Dir, die mir von Gott geschenkt wurde. Ich fühlte, wie tief die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit in Dir aufgebrochen ist. Du hattest immer eine sehr gute Beziehung zu Deinen Eltern und erkennst jetzt, wie in Dir eine Liebe erwacht ist, die darüber hinausgeht. So bist Du auf der Suche, wie Du mir erzähltest. Das ist sicher für Dich ein einschneidendes Erleben in dieser Zeit. Im Gespräch nahm ich wahr, wie schon Dein eigener Geist mehr und mehr durch Deinen Körper wirkt.dein innerstes Selbst, dein eigener Geist, will zum Durchbruch kommen. Du wirst von innen her berührt und kommst in große Gemütsbewegung. Du fühlst dann sehr viel, ohne dass Du Dir erklären kannst, woher diese Gefühle in Dir plötzlich hochsteigen und was sie zu bedeuten haben. Auch weißt Du noch gar nicht, wie Du angemessen mit ihnen umgehen kannst. Von göttlicher Seite möchte ich Dir sagen: "Du bist von Gott vollständig angenommen, so wie Du bist. ER bejaht Dich mit Deinen Licht- und Schattenseiten.ER liebt Dich mit unendlicher, göttlicher Liebe, mehr als Deine eigenen Eltern es je vermöchten. IHM, Deinem Schöpfer, bist Du unendlich wichtig!" Du brauchst vor all dem, was Dich manchmal zu überwältigen droht, nicht wegzulaufen. Deine positiven und negativen Seiten sind von Gott zugelassen. Seine Liebe vermag Dich im Laufe Deines Lebens zu verwandeln und zu IHM emporzuziehen. Von Gott her möchte ich Dir in der Anrede des Briefes schreiben: "Mein aus Gott zu tiefst geliebter Tobias!" Du kannst und darfst auch Deine Sexualität und Dein sinnliches Begehren als ein vom Schöpfer gegebenes Geschenk bejahen und annehmen.Du bist Sein Geschöpf. Manche Menschen meinen, sie müssten ihre Sexualität und ihren Körper verleugnen oder unterdrücken. Franziskus von Assisi verglich den Körper mit einem Esel, der uns lediglich zu tragen habe. Leider hat sich diese körperfeindliche und antisexuelle Auffassung jahrhunderte im christlichen raum gehalten. Wenn heute Körper und Sexualität von manchen beinahe kultisch verabsolutiert werden, so ist das Pendel ins andere Extrem ausgeschlagen. Mir geht es darum zu zeigen, dass uns Gott die Sexualität als zentrale Gabe mitgegeben hat. Es gibt Tage, an denen Du Dich nach Liebe zu einem Menschen sehnst. Du möchtest Dich über Deine Gefühle mit ihm austauschen und aussprechen. Dann bist Du am liebsten mit Gleichaltrigen zusammen. Ihr habt ganz viele spaßige Einfälle, lacht viel, möchtet manchmal miteinander balgen, um die körperliche Nähe der anderen zu spüren. Du merkst schon bei Berührungen, dass die Zärtlichkeit, die aus dem Geist kommt, Dich tief aufrührt und beglückt. Vielleicht spürst Du, dass es nicht nur das Balgen ist, das Glück schenkt, sondern auch das zarte berühren und Streicheln. Dein Inneres drängt mehr nach außen und ruft in Dir diese Sehnsucht nach einem Gegenüber wach. Hinter allem erlebe ich, wie Gott Dich ruft und die Sehnsucht nach IHM in Dir weckt. ER will unsere Liebe und unser Leben in Fülle. Nur von IHM können wir es erhalten, wie es bei Augustinus heißt: "Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in DIR." Je mehr Du Dich zum letzten Ursprung aller Liebe hinziehen lässt, umso mehr wird Dein Geist auch nach außen kommen. Gott geht Dir in Seiner Liebe entgegen und durchwirkt Dich dann, ja ER ist Dir in seiner Liebe näher als Du Dir selbst. Du wirst durch den hohen Einfluss liebevoller, und es wird Dir leichter werden, die Schwierigkeiten, die Dir mit auf den Weg gegeben sind, zu bewältigen. ER will, dass wir nicht im Schneckenhaus der Todessehnsucht und Lebensverneinug bleiben. Gott versteht Dich zutiefst in Deinen Bedürfnissen und menschlichen regungen. öffne Dich Seiner Liebe immer neu!